8. Schamrock-Festival der Dichterinnen 2026 - Conference of the Birds II

Fr 13.11., ab 14.30 Uhr, Sa 14.11. und So 15.11., jeweils ab 10.30 Uhr
Internationale Poetry Biennale München

Das 8. Schamrock-Festival der Dichterinnen eröffnet wieder neue Perspektiven auf Wort, Kunst und Leben. Von 13. bis 15. November versammeln sich in München über 50 Lyrikerinnen aus über 20 Ländern unter dem Motto „Conference of the Birds II”. Das Motto knüpft an das Festival 2024 an, das ebenfalls mit dem Bild der "Konferenz der Vögel" spielte - wachsam, hellhörig, humorvoll und melancholisch.
Erstmals findet das Schamrock-FestivaI in diesem Jahr im Einstein-Kulturzentrum statt.

Auf dem Programm stehen Lesungen, Performances, Crosso­ver- und Übersetzungs-
projekte, Workshops und Begegnungen. Bekannte Namen wie Anja Utler, Anne Waldman, Barbi Markovic und Monika Rinck treffen auf Neuentdeckungen aus Georgien, Iran, Italien, Slowenien, Syrien und vielen weiteren Ländern. Ebenso haben Dichterinnen aus München und Bayern das Wort. Sie alle lesen und performen aus ihren Werken, geben Einblicke in ihre Lebens- und Arbeitsum­stände und haben Gelegenheit, miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

Das Festival ist nach wie vor weltweit das einzige seiner Art und wird von Augusta Laar und Kalle Aldis Laar mit dem Schamrock e.V. veranstaltet. Für dieses Engagement wurde der Schamrock e.V. 2021 mit dem Anita-Augspurg-Preis der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. Die anhaltend große Resonanz von Dichterinnen, Publikum, Förderern und Medien aus aller Welt bestätigt seine internationale Bedeutung.

Katalonien, die Tschechische Republik – Gastland der Frankfurter Buchmesse –, die Schweiz und die USA bilden die diesjährigen Länderschwerpunkte. Ergänzt werden sie durch Übersetzungsprojekte und Gäste, die eingehende Ausblicke auf künftige Projekte z.B. mit Grönland und Lettland eröffnen. Zudem wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem PEN-Deutschland-Programm "Writers in Exile" fortgesetzt.

Zu den besonderen Höhepunkten zählen mehrere interdisziplinäre Duos aus Poesie, Musik und Video sowie die Schamrock-Auftragsarbeit "I can choreograph a chair" mit Tanz, Texten und Musik von Lynn Parkerson, der Leiterin des Brooklyn Ballet.

Die Komponistin und Musikerin Limpe Fuchs feiert am Festival ihren 85. Geburtstag, mit der Uraufführung einer weiteren Auftragskomposition.

Zum ersten Mal zu Gast ist die legendäre "Jack Kerouac School of Disembodied Poetics" aus Boulder (Colorado) mit fünf Dichterinnen des Summer Writing Program. Diese Projekte stehen exemplarisch für den internationalen künstlerischen Austausch, der das Festival prägt.

Gemeinsam mit der Reihe "meine drei lyrischen ichs" und dem Münchner Literaturbüro erhalten zudem Dichterinnen aus München und Bayern eine prominente Plattform.

In den beiden Workshops für Teenager "Die Geometrie der Sturmvögel" und "Lasst uns die Antennen verschränken!" entdecken künftige Performerinnen spielerisch die Möglichkeiten der Lyrik. Sie (er-)finden poetische Schnittstellen zwischen Tieren-Pflanzen-Menschen, setzen sich auseinander mit Egoismus und Verletzlichkeit und präsentieren ihre Arbeiten im Rahmen des Festivals.

Das Festival ist zudem Teil des Creative Europe Programm der Europäischen Union. Im Rahmen des Projekts EPESEP arbeitet Schamrock gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen an Fragen der strukturellen Gleichstellung in der Literaturwelt. Unter dem Leitgedanken "Equal Pay, Equal Show, Equal Pension" wird seit 2024 im Rahmen von Schamrock die geschlechtsspezifische Diskriminierung im Literaturbetrieb untersucht. Ergebnisse und Erfahrungen dieses Projekts werden in München präsentiert.

Von den legendären Münchner Salons zum Schamrock Festival

München war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Zentrum des kulturrevolutionären Aufbegehrens junger Künstlerinnen und Literatinnen. Die Salons in Bogenhausen und Schwabing waren bis zum 2. Weltkrieg berühmt als Orte der Begegnung unterschiedlichster Künste und Künstler*innen. Dann brach diese Tradition ab. Seit 2009 füllen die Schamrock-Salons diese Lücke im Münchner Kulturleben. Mit kreativer Wut und poetischem Elan ermutigt Schamrock Dichterinnen, außergewöhnliche Ideen und frische Formen zu entwickeln. Aus den Salon-Veranstaltungen ging 2012 das Schamrock-Festival der Dichterinnen hervor, die weltweit einzige Biennale für internationale Poetry Performances. Beim Schamrock Festival of Women Poets präsentiert sich München als Weltstadt der Sprachen- und Stilvielfalt und macht sichtbar, dass Poesie Grenzen zwischen Identitäten, Generationen, Sprachen, Ländern und Kontinenten überwinden kann. Seit 2014 gibt es auf Anregung von Friederike Mayröcker auch regelmäßig einen Schamrock Festival-Tag in Wien. 2017, 2019 und 2022 fanden Schamrock-Festival-Tage auf Einladung von Nora Gomringer und dem internationalen Künstlerhaus Villa Concordia auch in Bamberg statt.

2022 feierte das Schamrock-Festival sein zehnjähriges Bestehen. Ebenfalls 2022 wurde der Schamrock e.V. mit dem Anita-Augspurg-Preis der Stadt München ausgezeichnet. Als persönliche Anerkennung ihrer kulturellen und künstlerischen Leistungen wurde Augusta Laar zudem
der Kulturpreis Bayern überreicht.

Regelmäßig nimmt Schamrock teil an Konferenzen nationaler und internationaler Poesie-Veranstalter und war beteiligt an der Erarbeitung des Aufgaben- und Forderungskataloges zur Stärkung der Lyrik an Politik und Gesellschaft 2017, gefördert von der Bundesregierung. Der Schamrock e.V. ist Mitglied des World Poetry Movement und zudem Gründungsmitglied des Netzwerk Lyrik e.V., dem zahlreiche Lyrikveranstalter und -festivals angehören. Gemeinsam setzen sie sich für eine angemessene Honorierung der Künstler*innen ein.

Quelle: Veranstalter

Karten: Tageskasse

Halle 4 | Einstein Kultur
Einsteinstr. 42, 81675 München
www.einsteinkultur.de

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