Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten

Do 26.11., 19.30 Uhr (Premiere)
von Tiago Rodrigues

In der ländlichen Idylle ihres Ferienhauses trifft sich jedes Jahr eine sechsköpfige Familie, um gemeinsam zu kochen, zu singen und einen Baum zu pflanzen. Die drei Generationen genießen die Ruhe und beobachten bei einem Glas Wein die vorbeiziehenden Schwalben, bis sie schließlich zum wesentlichen Anlass ihrer jährlichen Zusammenkunft gelangen: dem Töten eines Faschisten. Diese delikate Tradition geht zurück auf die Urgroßmutter, die ihrerzeit ihren Ehemann, einen Faschisten, erschoss und ihren Nachkommen den Auftrag, "Böses zu tun, um Gutes zu üben", vermachte. Die Urenkelin Sara, der es in diesem Jahr zum ersten Mal obliegt "Gerechtigkeit zu üben", zweifelt jedoch die Richtigkeit des Tötens an. Nach über 70 Jahren wird das Familienerbe plötzlich in Frage gestellt und bringt den ritualisierten Ablauf durcheinander. Den einsetzenden hitzigen Diskussionen hört der geknebelte Faschist Romeu zu, dessen Schicksal in den Händen Saras liegt.

1954 wurde die portugiesische Landarbeiterin Catarina Eufémia von einem Kommandanten der Sicherheitspolizei erschossen, während sie mit ihrem Baby auf dem Arm mehr Lohn forderte. Der portugiesische Autor Tiago Rodrigues spinnt um dieses historische Ereignis eine fiktive Geschichte, die bis in die Gegenwart reicht und uns provokant mit der Frage konfrontiert, was wir bereit sind, gegen den aufkommenden Faschismus zu tun.

Quelle: Veranstalter
Regie: Christian Stückl
mit Jawad Rajpoot, Baran Sönmez, Lorenz Hochhuth, Liv Stapelfeldt, Ninsch Noé Stehlin u.a.

https://tickets.muenchenticket.net/shop/215


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