Hirnforschung und nationalsozialistische Verbrechen

Mo 16.11., 19.00 Uhr
Buchvorstellung mit Impulsvorträgen

Die Zusammenhänge zwischen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik und wissenschaftlichen Sammlungen wurden lange Zeit ausgeblendet. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung in Berlin-Buch und die Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie in München beschafften sich in der NS-Zeit Tausende von Gehirnpräparaten, um an ihnen zu forschen. Die damals angelegten Sammlungen gingen nach Kriegsende auf die Max-Planck-Institute für Hirnforschung und für Psychiatrie über. Die Menschen, deren Gehirne noch jahrzehntelang ohne ihre Zustimmung der Wissenschaft dienten, waren zu einem großen Teil Opfer der NS-‚Euthanasie‘, der systematischen Ermordung von Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Weitere Präparate stammten von jüdischen und nicht-jüdischen Opfern der deutschen Besatzung in Polen, von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiter*innen und Opfern der NS-Justiz.

Eine internationale unabhängige Gruppe von Historiker*innen hat diese Geschichte in einem von der Max-Planck-Gesellschaft finanzierten Projekt umfassend untersucht sowie die Namen und Schicksale von mehr als 1900 Opfern recherchiert und damit die Grundlage für die würdige Bestattung der menschlichen Überreste auf dem Münchner Waldfriedhof gelegt.

Zwei korrespondierende Veranstaltungen in Berlin und München präsentieren die Ergebnisse dieser Forschung in Form von zwei wissenschaftlichen Monografien und zwei Gedenkbüchern. Im Zentrum stehen die Frage nach dem Verhältnis von Wissenschaft, Ideologie und Politik im Nationalsozialismus und die Nachwirkungen. Welche Rolle spielten Forschende der betroffenen Institute bei den NS-Verbrechen? Warum dauerte die Aufarbeitung so lange, und wie kann man der Opfer heute und in Zukunft würdig gedenken?

Quelle: Veranstalter
mit Prof. Dr. Patrick Cramer, Dr. Philipp Rauh, Dr. Max Buschmann und Ulrike Martha Zimmermann, Moderation: Prof. Dr. Maike Rotzoll

Anmeldung: www.nsdoku.de

Eintritt frei

NS-Dokumentationszentrum
Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München  

www.nsdoku.de

Öffnungszeiten:
▫️ Di-So & Fei 10.00-19.00 Uhr

❌ Geschlossen:
▫️ Heilig Abend (24. Dezember)

🎫 Eintrittspreise:
▫️ Frei

Schulklassen und Gruppen nur nach Voranmeldung!

🚌 Anfahrt (MVV & MVG):
▫️ U-Bahn U2 & U8, Bus 58, 68 & 100: Königsplatz
▫️ Tram 27 & 28: Karolinenplatz

Anfahrt mit dem MVV Anfahrt mit dem MVV

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